Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von Truppen der Roten Armee befreit.

Hinter diesem nüchtern klingenden Satz verbirgt sich unvorstellbares Leid der geschundenen und getöteten Opfer wie die eiskalte Brutalität der Täter.

Sprache vermag nicht auszudrücken, was man im Wissen um das Grauen in Lagern wie Auschwitz empfinden muss.

Wir werden nicht aufhören dagegen zu kämpfen, dass die Opfer vergessen werden.

Wir werden nicht hinnehmen, wenn den Tätern wieder klammheimliches Verständnis entgegengebracht wird.

Wir dürfen nicht wegsehen, wenn Menschen in diesem Land wieder aus rassistischen, nationalistischen oder antisemitischen Motiven beleidigt, beschimpft und drangsaliert werden.

Wir sind es den Millionen von Opfern der nationalsozialistischen Barbarei schuldig.

Wir schulden es aber auch und nicht zuletzt unserer Selbstachtung und der Zukunft unserer Kinder.

Dass die letzten Überlebenden des Holocaust den Deutschen heute mit so viel menschlicher Wärme begegnen, ist ein großes anrührendes Geschenk.

Wir müssen es uns jeden Tag verdienen.

Günter Weblus